Ja! Heute wird immer noch knapp die Hälfte des Stromverbrauchs aus fossilen Quellen gedeckt. Davon wollen wir weg. Der Weg zur Klimaneutralität erfordert eine Elektrifizierung weiterer Sektoren, vor allem des Verkehrs und der Gebäudewärme. Dadurch wird der Stromverbrauch in Zukunft steigen.
Der häufigste Grund dafür ist der Strommarkt: Wenn Sonne und Wind zusammen auftreten, dann übersteigt das Stromangebot die Nachfrage. Dies ist besonders an Wochenenden und Feiertagen der Fall. Hierbei fällt der Strompreis auf null oder wird sogar negativ. Dann werden Windenergieanlagen abgeregelt. In den nächsten Jahren werden Batteriespeicher verstärkt ins Stromnetz integriert, die zu einer Angleichung von Angebot und Nachfrage im Tagesgang führen.
Unser Ziel ist, dass man beim Anblick einer Windenergieanlage immer denkt: „Die Flügelspitze gehört mir.“ Wenn man eine Verbindung zu Windenergieanlagen hat, stört man sich nicht mehr daran. Wir wollen jedem Mitbürger die Chance geben, auf diese Weise an der Energiewende mitzuwirken.
Wir sind dankbar, dass sich die Genossenschaft „Bürgerenergie Siedenburg“ gründet. Ihre Webseite lautet: http://www.buergerenergie-siedenburg.de. Dort wird man Genossenschaftsanteile erwerben können. Aus dem dadurch gebildeten Kapital werden Windenergieanlagen erworben.
Wir werden der Genossenschaft (Bürgerenergie Siedenburg) die Auflage machen, in einer ersten Beteiligungsrunde den Anwohnern im 2,5km-Umkreis um den Windpark den Vorzug zu geben. Dieser Radius ist durch da NWindPVBetG gesetzlich festgeschrieben. Direkte Anwohner haben dadurch auf jeden Fall die Möglichkeit, sich finanziell an den Windenergieanlagen beteiligen zu können.
Wir hatten auch über Konzepte wie Anwohnerstromtarife oder direkte Ausschüttungen an Anwohner nachgedacht, uns aber aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Wenn man solche Konzepte als Ersatz für eine gesellschaftsrechtliche Bürgerbeteiligung anbietet, wird ein großer Teil der Wertschöpfung zurückgehalten. Wenn man solche Konzepte ergänzend zu einer Bürgerbeteiligung einführt, verteilt man das Geld anderer Leute. Das wollen wir nicht.
Wollen Sie wissen, ob Sie im 2,5km-Umkreis um die Anlagen des Windpark Siede wohnen und bereits in der 1. Beteiligungsrunde mitinvestieren können? Die Karte können Sie hier herunterladen.
Jeder Euro der bei uns verdient wird, führt einerseits bei uns zu Steuereinnahmen, die unsere Kommunen gut gebrauchen können. Damit wird sichergestellt, dass Errungenschaften wie Bäder weiterbetrieben werden können. Andererseits wird auch privat verdientes Geld wieder ausgegeben, und zwar oft in der näheren Umgebung, und bleibt so bei uns im Wirtschaftskreislauf.
Windenergieanlagen haben viele Aspekte, die als störend empfunden werden können. Zunächst erfolgt ein großer Eingriff ins Landschaftsbild, egal ob die Anlage betrieben wird oder nicht. Die niedersächsische Regelung sieht vor, dass dieser Eingriff durch eine einmalige Ersatzgeldzahlung an den Kreis kompensiert wird. Das Ersatzgeld für einen Windpark liegt im Millionenbereich.
Nachts störte oft das rote Blinken der Windparks. Diese „Hinderniskennzeichnung“ dient dazu, niedrig fliegende Luftfahrzeuge (z.B. Rettungshubschrauber) auf die Kollisionsgefahr aufmerksam zu machen. Inzwischen sind Systeme zugelassen und verpflichtend, die diese „Hinderniskennzeichnung“ nur noch bedarfsgerecht aktivieren (also nur dann, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass ein Luftfahrzeug in der Nähe ist).
Früher kam es auch dazu, dass der Schattenwurf von drehenden Windenergieanlagen auf Wohngebäude fiel. Dies wird bereits seit längerem durch Systeme zur Schattenabschaltung vermieden.
Windenergieanlagen erzeugen Schall, immerhin bewegen sich die Flügelspitzen mit ca. 80m/s durch die Luft. Die Abstände der Anlagen zu Wohnbebauung gewährleisten, dass der Schall im zulässigen Rahmen bleibt. Nachts wird die Drehzahl der Anlagen reduziert, um die Schallemissionen zu reduzieren.
Gerade von kleinen Anlagen ist eine Amplitudenmodulation des Schalls bekannt, bei dem das Rauschen einer Windenergieanlage mit jedem Blattdurchgang lauter und leiser wird. Dieser Effekt resultiert aus der Ungleichmäßigkeit des Windfeldes in Bodennähe: Wenn der Wind „oben stärker bläst als unten“, aber der Rotor überall die gleiche Drehzahl hat, dann ist das Rotorblatt unten zu schnell für den Wind, und oben zu langsam. Dies führt zu der störenden Amplitudenmodulation. Mit den größeren Nabenhöhen moderner Anlagen tritt der Effekt zum Glück seltener auf.
Nein. Heutzutage müssen Windenergieanlagen mit Systemen zur „Bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung“ ausgestattet werden. Dadurch wird das rote Blinken immer dann deaktiviert, wenn sicher ausgeschlossen werden kann, dass Luftfahrzeuge in der Nähe sind.
Wir haben das gesamte Gebiet der Samtgemeinde Siedenburg nach einheitlichen Kriterien geprüft: Wir wollen 600m Abstand zu Wohnbebauung einhalten, keine Anlagenstandorte in Waldgebieten planen und außerhalb von Naturschutzgebieten bleiben. Ferner beplanen wir nicht die Flächen, die durch Hubschraubertiefflugstrecken sowie die Hubschrauberaußenlandeplätze eingenommen werden, oder wo bereits Windparks bestehen. Von den dann noch übrigbleibenden Teilflächen der Samtgemeinde beplanen wir die Gebiete, wo zumindest drei Windenergieanlagen im Verbund stehen können, um eine ausreichende Konzentrationswirkung/Bündelungswirkung zu erzielen.
Staffhorst ist noch stärker zersiedelt als andere Teile des Samtgemeindegebiets. Hier können 600m Abstand zu Anwohnern fast nicht eingehalten werden. Die einzige Ausnahme bildet ein kleiner Bereich in Dienstborstel an der Grenze nach Graue, der jedoch aufgrund militärischer Belange nicht in Frage kommt.
Abgesehen davon ist uns auch in Staffhorst Windenergie nicht fremd: Die Hofstellen von Schapers und Campes liegen an der Gemeindegrenze und dadurch 800m von dem Windpark Päpsen entfernt; mit der Neuausweisung durch den Regionalplan sinkt dieser Abstand nun auf 600m. Vor 20 Jahren war ein Windpark auch für uns etwas neues — inzwischen ist er nicht mehr wegzudenken.
Photovoltaik ist eine großartige Stromquelle für das Sommerhalbjahr. Wenn die Tage lang sind, macht die preiswerte Energie aus Photovoltaik bereits ein Drittel unseres Strommixes aus. Dies lässt sich mithilfe von Batteriespeichern noch weiter steigern. Im Winterhalbjahr reicht das Sonnenlicht leider nicht aus – gerade dann treten aber oft hohe Windgeschwindigkeiten auf. Sonne und Wind ergänzen sich also super.
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Elfsight. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen